„Die beiden frisch vermählten Tricia und Ethan sind auf dem Weg zur Besichtigung eines abgelegenen Anwesens, das bald ihr Zuhause sein könnte. Während Ethan voller Begeisterung ist, spürt Tricia, dass etwas nicht stimmt. Bis vor drei Jahren lebte hier noch die Psychiaterin Dr. Adrienne Hale. Ihr plötzliches Verschwinden damals ging durch die Presse. Weil ein Schneesturm die Straßen unbefahrbar macht, muss das junge Paar die Nacht im Haus verbringen. Dabei entdeckt Tricia ein verborgenes Zimmer voller Kassetten – Aufnahmen von Adriennes Patientensitzungen. Mit jeder Kassette, die sie sich anhört, wird ihr klarer, wie es zu Adriennes Verschwinden kam und dass sie selbst in tödlicher Gefahr schwebt. Denn manche Stimmen schweigen nie …“ (Quelle: Amazon)
Freida McFadden ist mittlerweile eine sichere Bank für Thriller und Spannung. Gekonnt führt sie ihre Leser in die Irre, legt Spuren, die sich später als Sackgassen erweisen. Die Psychiaterin bildet da keine Ausnahme. Das frisch vermählte Paar, das ein Haus besichtigen möchte und dabei im Schneesturm steckenbleibt. Das alte Haus, geheimnisvoll, fremd und doch bekannt. Ein Licht im Obergeschoss, Staub, der nicht da ist und frische Lebensmittel. Alles Hinweise darauf, dass jemand in dem verlassenen Haus lebt und die Unruhe, die Tricia empfindet, überträgt sich bei der Lektüre schnell. In so einem Haus möchte man nicht übernachten, aber wenn es nicht anders geht? Um sich die Zeit zu vertreiben, schaut man natürlich auch alles genauer an, schließlich überlegt man sogar einen Umzug hierher und keiner will die Katze im Sack kaufen. Das Bücherregal ist spannend, die gefundenen Kassetten, die eigentlich der ärztlichen Schweigepflicht unterliegen, noch spannender. Würde man nicht selbst auch mal reinhören? Wo kein Kläger, da kein Richter.
Der Leser kann vieles, was Tricia aus Neugier macht und schnell bereut, gut nachempfinden. Dadurch wird er in die Geschichte hineingezogen, als stiller Beobachter geht er mit dem Paar durch das Haus und hört sich die Kassetten an, wundert sich über das seltsame Verhalten Ethans und wird zusätzlich von McFadden durch verschiedene Rückblicke aus dem Leben der verschwundenen Psychiaterin belohnt.
Dass nicht alles so idyllisch und okay ist, wie es scheint, liegt natürlich nicht nur an dem Schneesturm. Das liegt auch an Geheimnissen zwischen den Eheleuten. An Geschichten von Patienten, an der Geschichte, die die Psychiaterin selbst erzählt. Natürlich hat der Leser schnell eine Ahnung, wie es ablaufen wird, klare Struktur, vorhersehbarer Plot. Aber McFadden hat noch ein Ass im Ärmel. Nichts ist so, wie es scheint…
Ein spannender Thriller aus der Feder der Bestsellerautorin Freida McFadden. Lesenswert, nicht nur für ihre Fans, auch für Liebhaber von überraschenden Plottwists.
5/5
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Freida McFadden – Die Psychiaterin
Heyne Verlag, 2026
336 Seiten
Taschenbuch: 17 €
