Buch: Jörg Steinleitner – Räuberdatschi


Die Putzfrau Irene Heigelmoser hat eine Riesenwut. Denn erstens ist sie pferdenarrisch, zweitens ist heute Rosstag und drittens wurde sie trotzdem für den Reinigungsdienst in der Bank eingeteilt. Als sie schon kurze Zeit später neben dem Filialleiter gefesselt und geknebelt unter dessen Schreibtisch liegt, schlägt die Stunde von Bayerns heißester Polizistin: Anne Loop begibt sich in Gefahr… (Quelle: Amazon)

Räuberdatschi – Der so betitelte dritte Teil der Anne-Loop-Reihe war diesmal an der Reihe. Die ersten beiden Teile habe ich mit Begeisterung verschlungen, aber was sich der werte Herr Steinleitner hier geleistet hat, spottet jeder Beschreibung. Es kommen sicherlich wieder alle mittlerweile bekannten Personen drin vor und auch die Eigenheiten derselben. Annes zickige Tochter Lisa, der meistens überdrehte Polizeichef Kurt Nonnenmacher, der immer noch in Anne verliebte Kollege Sepp Kastner. Die Story hätte eigentlich ein netter bayrischer Provinzkrimi werden können – hätte… Hätte Steinleitner sich auf seine Tugenden verlassen und ein nettes sympatisches Bild der Tegernseer Polizei gezeichnet, aber ich habe selten so eine dermaßen überzeichnete Karikatur seiner Protagonisten gelesen. Anscheinend wandelten sich die Hauptpersonen über Nacht in einen Haufen komplett verblödeter Volltrottel, allen voran Chef Nonnenmacher. Ein Dienststellenleiter, der von nichts eine Ahnung hat, aber davon gleich sehr viel, eine trottlige GSG9-Einheit, die mit einem dementen Rentner mehrere Male nicht fertig wird, ein chaotisches Bankräuberduo, eine Putzfrau mit unterirdischem IQ und vieles weitere drumrum. Annes Privatleben wird dieses Mal sehr auf Sparflamme gehalten was sehr schade ist, würde es doch an vielen Stellen des Buches von der katastrophalen Geschichte über den Fall an sich ablenken. Kommt ja auch fast jeden Tag vor, dass ein Bankraub am beschaulichen Tegernsee den chinesischen Staatspräsidenten dazu veranlasst, die deutsche Bundeskanzlerin anzurufen, die den schwarzen Peter sofort an ihren bayrischen Ministerpräsidenten weiterreicht, aber sich mit einer selten dümmlichen Botschaft per Video-DVD direkt an das Verbrecherduo wendet. Der einzige Lichtblick in diesem Chaos ist die kollegiale „Beziehung“ Annes zu ihrem Kollegen Sepp, welches für einige Schmunzler sorgt, und das sich anbahnende Verhältnis zu einem jungen Anwalt, das Annes Gefühlsleben ziemlich durcheinanderbringt. Als kurz vor Schluss die Geschichte endlich etwas an Fahrt gewinnt und man auf den Showdown wartet, kommt das Ende … aber was für eins! Als ob Steinleitner sich seines Gewürges selber nicht mehr sicher war und irgendwie das Buch zu einem Abschluss bringen wollte. Hauptsache ein Ende, egal wie.

Die Spannung, die sich jetzt auf den vierten Teil der Reihe, „Hirschkuss“ konzentriert, richtet sich einzig und allein auf die Tatsache, ob Steinleiter nochmal so einen Mist produzieren kann, oder ob sich das Ganze zu einem Besseren wendet.

1/5

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Jörg Steinleitner – Räuberdatschi
Piper Verlag, 2013
256 Seiten
Taschenbuch: 8,99 €
Kindle: 7,99 €
Amazon

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