Buch: Richard Laymon – Die Klinge


Albert wird von einem Mädchen abgewiesen und will doch nur eines: Endlich Sex haben. Er bricht heimlich in ein Haus ein, wird von den Besitzern überrascht und muss beide töten, was ihm ein seltsames Vergnügen bereitet. Aus Angst vor den Konsequenzen flieht er durch Amerika und hinterlässt eine Blutspur…

Richard Laymon ist bekannt dafür, nicht für schwache Nerven zu schreiben. Die Klinge ist da keine Ausnahme. Immer wieder werden Alberts Frauen beschrieben, der Sex angedeutet, vor allem aber der Spaß am Töten. Der Siebzehnjährige ist ein Psychopath, der geschickt in Häuser einbricht und seine Opfer teilweise auch tagelang foltert. Als ihm zwei Opfer kurz hintereinander entwischen, ist zumindest schon mal seine Identität bekannt, mehr jedoch nicht. Auf der anderen Seite ist da die schwangere Janet, die sich von ihrem Freund David trennt, weil dieser sie zur Abtreibung zwingen möchte und dabei gerne weit über die Grenzen hinausschießt. Außerdem gibt es da noch eine Gruppe von Lehrern, vor allem aber werden Lester und Helen, ein unglückliches Ehepaar, und Emily Jean beschrieben. Laymon springt immer wieder zwischen den Schauplätzen und Protagonisten hin und her. Manchmal muss man ein bisschen überlegen, wer denn nun die gerade beschriebene Romanfigur ist, aber alles in allem kann man doch einigermaßen den Überblick behalten. Neben den Haupterzählungen bietet Laymon immer wieder zahlreiche Nebenschauplätze, die allein für zumindest Kurzgeschichten ausreichend wären.

Leider ist hier aber auch gerade der Kritikpunkt anzusetzen. Hat sich Laymon irgendwo selbst verzettelt? Manche Teilstränge des Buches bringt er nämlich gar nicht zu Ende. Sie stehen angefangen im Raum und wartet darauf, dass endlich etwas weitergeht und diese Stränge aufgelöst werden und zum Abschluss kommen. Da ist die Sache mit Helen, mit David, dem Schüler, May Beth … Da ist so viel, was irgendwann unbeachtet bleibt. Dafür gibt es leider Minuspunkte. Auch für den Schluss, den „Teil 2“ des Buches, der eher wie kurz hingerotzt wirkt, als wie das Ende eines Buches, das ohne diesen Teil einen befriedigenderen Ausgang gehabt hätte.

Alles in allem ist das Buch ein typischer Laymon, lesenswert und mit Spannung. Allerdings fallen mir zum ersten Mal – für Laymon – große Schnitzer auf, die das Buch eher mittelmäßig erscheinen lassen Wer sich daran nicht stört und einen Psychopathen verfolgen möchte, hat hier jedoch ein richtiges Lesevergnügen.

3/5


Richard Laymon – Die Klinge
Heyne Verlag, 2014
432 Seiten
ebook: 8,99 €
Taschenbuch: 9,99 €
Amazon
Heyne Verlag

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