Buch: Brett McBean – Angst war hier


Eine familiäre Weihnachtsfeier in einer Villa mutiert zum tödlichen Albtraum für alle Beteiligten.

Momentan häufen sich Geschichten um Eindringlinge, die die Sicherheit und den Schutz des Heims zerstören. Einer der verstörenden Vorreiter ist immer noch Funny Games, aktuell aus der Reihe Pulp-Legends vom Festa Verlag Komm, wir spielen bei den Adams und natürlich Angst war hier. Der Thriller erzählt von einer kleinen Gesellschaft im Haus einer bekannten Autorin, die zum Weihnachtsessen geladen hat. Als alle im Bett sind, beginnt das Grauen, das die komplette restliche Nacht anhält. Die Bewohner werden erst zusammengetrieben und dann unter den Eindringlingen aufgeteilt, die mit ihren grausamen Spielen beginnen dürfen, wenn Mr. Fear eingetroffen ist. Alles wird gefilmt und schnellstens an eine Gruppe weitergeleitet, die scheinbar in einem anderen Haus ähnliches vollbringt. Die Angst ist spürbar, die Ausweglosigkeit und wachsende Verzweiflung ist für den Leser vom ersten Moment an nachvollziehbar. McBean selbst zeigt sich ebenfalls von seiner sadistischen Autorenseite und gibt dem Leser immer wieder kleine Verschnaufpausen und Hoffnungsschimmer, dass doch alles gut ausgehen könnte. Diese Spannung kann bis zum Schluss aufrecht erhalten werden.

Das Hauptthema ist die Angst, wie der Titel schon sagt, und Mr. Fear spielt gerne damit und bringt seinen Schergen bei, Ängsten gegenüberzutreten und sie zu überwinden. Das Buch schließt mit einem Satz, der besser als alles andere auf unsere Welt zutrifft: „Weil der Horror überall ist.“, und lässt den Leser durchaus nachdenklich zurück – denn diese Geschichte könnte sich wirklich nahezu überall abspielen. Neben der dargestellten Grausamkeit, zeigt die Skrupellosigkeit der Eindringlinge und ihre Sucht nach Video, Selfies mit den Opfern und Blut deutlich, was die Sozialen Netzwerke und die Vernetzung der Welt alles möglich machen und wozu sie führen. Wer das Buch liest, kann sich durchaus kritisch mit dem beschriebenen Einsatz der Smartphones auseinandersetzen und fasst das Unbegreifliche auf: Die Faszination von Blut und Gewalt, von Terror und dem bloßen Zusehen. Das Gaffer-Syndrom, das viele auf Autobahnen bei Unfällen sogar anhalten lässt. Auch wenn das Buch die Beiträge nicht der gesamten Öffentlichkeit präsentiert, sondern nur einer ausgewählten Gruppe Eingeweihter, ist die Message dahinter die gleiche – und nicht weniger erschreckend.

Eine blutige Nacht ohne Sieger, mit zerstörten Hoffnungen und auswegloser Gewalt. Wer Angst im Dunklen oder alleine zu Hause hat, sollte die Finger davon lassen.

5/5

Brett McBean – Angst war hier
Festa Verlag, 2018
313 Seiten
13,99 €

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