Musical: Susi oder so … Kaiserin von Österreich


Wir sind schon wieder in der Drehleier. Regisseur Michael Tasche hat es geschafft, uns innerhalb von zwei Wochen zum dritten Mal ins Theater zu locken … wahrscheinlich vier Mal, aber dazu viel später mehr. Nachdem wir mit dem Einstieg Italia con Amore Blut geleckt hatten, und uns auch Robin Hut – König der Liebe sehr gut gefallen hatte, also nun die dritte Vorstellung mit komplett dem selben Team. Die Geschichte der Österreichischen Kaiserin Susi … oder so, stand auf dem Programm. Natürlich ist die Rede von der allseits bekannten Sissi, der bayerischen Prinzessin und späteren Kaiserin von Österreich und Königin von Ungarn. Und wie könnte man ein Österreichisches Märchen besser vertonen als mit Perlen aus 40 Jahren Austro-Pop.

Die Geschichte beginnt mit der Band Auf geht’s aus Gilching, die nach Wien reist, um dort für einen Hoteljob vorzuspielen. Der Manager Peter hat sich leider im Termin geirrt und so landen die drei einen Tag zu früh in Wien. Gleichzeitig hatten sich die dortige Theatergruppe mit dem Theaterchef zerkracht und die heutige letzte Vorstellung von Sissi – Tragödie eines Lebens in der Öffentlichkeit musste leider ausfallen. Das Bühnenbild ist bereits abgebaut, nur einige lose Dinge und einige Kostüme stehen noch herum. Lediglich die bosnische Putzfrau Djuka ist da und putzt. Und so kommt es, dass die bayerische Truppe zusammen mit Djuka mit Hilfe der Kostüme in die diversen Rollen schlüpfen, und die Tragödie auf eine etwas andere Art und Weise erzählen. Die Sissi wird dargestellt von Melanie Oster, die in der Rolle ihr Strahlelächeln bestens zum Einsatz bringen kann. Stimmwunder Lipa Majstrovic spielt hinreißend komisch die Putzfrau Djuka und die Schauspielerin und spätere Kaiser-Freundin Katharina Schratt. Michael Odendahl ist in der Rolle des Managers Peter nur kurz, dafür aber viel mehr als Fraaanzl … ähm Kaiser Franz-Josef zu sehen und lässt in dieser Rolle endlich viel mehr von sich sehen und hören. Bleibt noch der bayerisch-italienische Tausendsassa Sandro Luzzu. Dem stehen die Rollen als schwermütiger König Ludwig und Exil-Ungar Graf Gyula Andràssy, dem Lebemann und engsten Vertrauten der Kaiserin, bestens zu Gesicht. Untermalt wird das Ganze wieder vom musikalischen Leiter Manfred Manhardt an Klavier und Akkordeon, Christoph Schultheiss an der Gitarre und dem Besten, was aus 40 Jahren österreichischem Liedgut allseits bekannt ist. So kommen Songs von Falco, Peter Cornelius, Hubert von Goisern, STS, Wolfgang Ambros, Marianne Mendt, Reinhard Fendrich, der Ersten Allgemeinen Verunsicherung und vielen mehr zu Gehör. Auch Ludwig Hirsch wurde kurz angespielt. Dem Publikum gefiel das Zusammenspiel aus Theatergruppe und den Austro-Songperlen sichtlich gut und viele sangen und klatschten begeistert mit. Lipa Majstrovic und Sandro Luzzu strahlten erneut ihre Klasse und ihr Temperament aus, Melanie Oster war mir manchmal ein wenig zu extrovertiert in Gestik und Gehabe. Richtiggehend aufgeblüht diesmal war Michael Odenthal. Seine etwas abgehackte Sprechweise und der holprige Sprechgesang des österreichischen Schmähs taten ihm und seiner Rolle sichtlich gut. Wie auch die beiden vorangegangenen Aufführungen Italia con Amore, und Robin Hut – König der Liebe war auch dieser Abend wieder äußerst amüsant ausgefüllt mit Theater und Musik.

Michael Tasche hat es aufs Vortrefflichste geschafft, mit der komplett selben Truppe aus zwei Musikern und vier Akteuren drei unterschiedlichste Themen der Geschichte mit drei komplett eigenständigen Musikwelten aufs Unterhaltsamste zu verknüpfen. Das sollte ihm erstmal einer nachmachen. Das kleine Theater Drehleier in München Haidhausen war wieder einmal komplett ausverkauft.
Vielleicht ist in diesem Webzine irgendwann auch noch ein vierter Besuch zu Michael Tasche und der Drehleier zu lesen … wer weiß – lassen sie sich überraschen.

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